Mobile Physiotherapie für Hunde

Nina Drewermann

Manuelle Therapie

Basistechniken & spezielle Techniken

Passive Bewegungstherapie der Gelenke

Bei einigen Erkrankungen des Bewegungsapparates kommt es dazu, dass der Hund ein Gelenk nicht mehr physiologisch oder gar nicht mehr bewegt, z.B. bei Lähmungen, nach chirurgischen Eingriffen oder auch bei degenerativen Erkrankungen. Hier isr es wichtig, die Gelenke durch passive Mobilisierung beweglich zu halten und das volle Bewegungsausmaß zu erhalten oder wiederzuerlangen. Die Folgen einer Inaktivität sollen vermindert werden, der Erhalt der Elastizität und Beweglichkeit der umliegenden Strukturen wie Muskeln, Sehnen & Bändern soll gefördert werden. Die passive Techniken wird die Gelenkflüssigkeit (Synovia) zur Produktion angeregt, dies führt zu einer verbesserten Knorpelversorgung.

Bei neurologischen Erkrankungen, die mit Lähmungen einhergehen, soll dem Hund durch passive Bewegungsmuster ein Bewegungsgefühl vermittelt werden. Passive Bewegungen werden nie gegen eine Abwehrreaktion des Hundes durchgeführt. Die Bewegungen findne im physiologischen Bewegungsausmaß statt. Hierbei wird exakt auf die Reaktionen des Hundes geachtet.

Bei der Eingangsuntersuchung werden passive Bewegung zur Überprüfung der Mobilität und des sog. Endgefühls durchgeführt. Ein Endgefühl kann sich z.B. bei Arthrosen hart und unelastisch anfühlen oder auch fehlen z.B. bei Instabilität oder Hypermobilität durch Verletzungen der Bandstrukturen.

Kontraindikationen: Passive Bewegungen werden nicht ausgeführt, wenn durch die Mobilisation ein Heilungsprozess beeiträchtigt werden könnte, z.B. bei Frakturen. Hier ist mit dem Tierarzt abzuklären wann und in welchen Intensität die Therapie sinnvoll einzusetzen ist.

Traktionsbehandlung

Traktionen kommen in der Praxis häufig bei schmerzhaften Gelenkblockierungen zum Einsatz. nach einer Erwärmung des Gewebes werden bei dieser Behandlungsform beide Gelenkpartner nah am Gelenkspalt umfasst und durch einen fein dosierten Zug voneinander separiert. Es folgt eine für den Hund wohltuende Druckentlastung und eine Entkrampfung der gelenkumgebenden Muskulatur. In der Gelenkkapsel werden Rezeptoren stimuliert, die hemmend auf die Tätigkeit der Schmerzrezeptoren wirken. Gelenkflüssigkeit wird angeregt und somit Beweglichkeit gefördert. Wohltuend kommen Traktionen z.B. auch beim Cauda Equina Kompressionssyndrom zum Einsatz. Hierbei umfasst der Therapeut die Rutenwurzel des Hundes und übt die Separation schräg nach unten aus mit dem Ergebnis der reflektorischen Entspannung der Rückenmuskulatur und einer Druckentlastung der Cauda Equina ducrh Hebelung des Wirbeldachs des Kreuzbeins.

Einsatzgebiete:


  • Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
  • Schmerztherapie direkt am Gelenk
  • Lösen von Blockierungen und Verklebungen der gelenkumliegenden Strukturen

Kontraindikationen:


  • Hypermobilität eines Gelenkes
  • Frakturen
  • Knochentumoren
  • akute Verletzungen des Sehnenapparates
  • operative Versteifungen von Gelenken
Dehnungen
Die Dehnfähigkeit eines Muskels ist unabdingbar um eine optimale physiologische Fortbewegung des Hundes zu gewährleisten. Durch verschiedene Erkrankungen und damit verbundenen Schonhaltungen kann sich Muskulatur verkürzen. Dies führt wiederum zu Bewegungseinschränkungen.
Vor dem Dehnen sollte das Gewebe gut aufgewärmt sein z.B. durch eine Massage. Dehnungen werden mit gezielter sanfter Kraft langsam ausgeführt. Zu viel Kraft kann beim Hund einen Dehnungsreflex auslösen, bei dem blitzartig der Muskel als Schutzfunktion kontrahiert um ihn vor möglichen Verletzungen zu schützen. Deshalb erfordern Dehnungen erfahrene Hände und exakte anatomische Kenntnisse. Individuell angepasst werden Endstellungen der Dehnungen langsam aufgebaut und ghalten und langsam wieder gelöst.
Dehnungen können und sollten auch aktiv durch gezielte Übungen zum Einsatz kommen.
Zur Mobilisation des Nervensystems werden spezielle Dehntechniken angewendet. Hier werden Gelenke gezielt positioniert, Nerven auf einen sanften Zug gebracht. Geschädigte Strukturen können so in ihrer Funktion angeregt werden. So kann z.B. an der Vordergliedmaße der N. medianus, N. ulnaris und der N.radialis stimuliert werden. An der Hintergliedmaße der N. femoralis und der N.ischiadicus. Eine besondere Technik zur Stimulation der Rückenmarksnerven ist das neuromeningeale Gleiten. Hier werden Nervenbahnen durch Kopf- und Beckenbewegungen gezielt auf Zug - und Entspannung gebracht.
Kontraindikationen:
  • Hypermobilität
  • akute Erkrankunegn von Gelenken, Muskulatur (Risse etc.) Bändern & Sehnen