Mobile Physiotherapie für Hunde

Nina Drewermann

Die Klassische Hundemassage

 


Im Humanbereich zählt sie zu den den ältesten Behandlungsformen, die bereits ca. 2600 vor Christi schriftlich belegt ist. Aufgrund der positiven und breitgefächerten Wirkungsweisen, wird sie auch seit einigen Jahren in der Hundephysiotherapie zur Behandlung verschiedener Erkrankungen erfolgreich eingesetzt.

Je nach gewünschtem Effekt kann die Bearbeitung von Haut, Unterhaut und Muskulatur mit verschiedenen Grifftechniken beruhigend oder anregend eingestzt werden. Verschiedene Griffe wie z.B. Streichungen, Knetungen, Zirkelungen, Klopfungen & Schüttelungen werden eingestzt. Sonderformen der klassischen Massage sind z.B. die Bürstenmassage, die Narbenmassage oder die manuelle Lymphdrainage.

Die Wirkungsweisen der klassischen Hundemassage sind sehr komplex. die schmerzhemmende Wirkung erfolgt zu einen durch die Manipulation von bestimmten Druckrezeptoren im Gewebe. So entsteht eine Überdeckung der Schmerzimpulse (gate-Control-Theorie) An uns selbst wird das logisch, wenn wir daran denken, wie wohltuend und lindert es sein kann, wenn wir z.B. einen Druck mit unseren Händen auf eine schmerzende Stelle geben z.B. bei Bauchschmerzen oder wenn wir uns gestoßen haben.

Ebenfalls werden durch eine gezielte Manipulation eines Gewebes, schmerzauslösende Substanzen ausgespült, die durch verschiedene Ursachen entstehen können. So erzeigt z.B. Schmerz eine falsche Belastung der Muskulatur. Als Folge kommt es hier zu einer Entgleisung der Stoffwechsellage im Muskel. Laktat (Milchsäure) lagert sich dort ein, der Muskel übersäuert und weiter Schmerzen und Verspannungen sind die Folge. Durch eine Massage kann der Muskel nun wieder in eine optimale Sauerstofflage gebracht werden.

Desweiteren werden bei einer Massage Endorphine ausgeschüttet. Diese Hormone gehören zu der Gruppe der endogenen Morphine und setzen an den gleichen Rezeptoren an wie ein Schmerzmittel.

Die Auswirkung einer Massage auf die Psyche wird oft unterschätzt. Durch die Massage erfolgt eine Wirkung auf das Nervensystem, genauer gesagt auf den Teil der für Ruhe & Schlaf zuständig ist. Puls und Atmung des Hundes verlangsamen sich und Müdigkeit tritt ein.

Ein komplexer Vorgang beschreibt auch die Wirkung auf die inneren Organe, die erreicht werden kann. Dies erfolgt über bestimmte Areale, Segmente (Dermaton, Myotom, Sklerotom, Neurotom) reflektorsich. Vereinfacht beschrieben kann eine Problematik im Bereich der Wirbelsäule auch ein organisches Defizit erzeugen und umgekehrt! Dies erforedrt Wissen über Organbezüge im Hinblick auf die Behandlung!

In der praktischen Umsetzung gilt wie bei allen Therapiemaßnahmen - Ihr Hund soll sich wohlfühlen! Dies erfordert bei manchen Patienten mehr Geduld & Vertrauen als bei anderen. Während sich manche schon bei der ersten Behandlung vertrauensvoll in meine Hände begeben, brauche andere mehr Zeut bis sie Vertrauen aufgenaut haben und sie sich entspannen können. Jeder Hund bringt einen anderen Charakter mit auf den ich gern individuell eingehe! Bitte beachten auch Sie das und geben Ihrem Hund die nötige Zeit!

Gern leite ich Sie auch in Verbindung mit einem Hausaufgabenprogramm zu leichten Griffen einer Massage an. Bei einigen Erkrankungen ist es sinnvoll den Hund täglich oder auch mehrmals täglich zu massieren. Eine professionelle Hundemassage erfordert allerdings geübte Hände und anatomische Kenntnisse!

Wirkungen im Überblick

  • schmerzlindernd
  • verbesserte Mobilität
  • muskelregulierend bei Verspannungen
  • durchblutungssteigernd
  • Fernwirkung auf Organe

Einsatzgebiete

  • degenrative Erkrankungen (Arthrosen, Spondylosen etc.)
  • schmerzhate Veränderungen der Muskulatur (Muskelverkürzungen, Myogelosen, Hartspann)
  • pschychische Auffälligkeiten (Stress, Angst)
  • Erkrankungen der inneren Organe (Verklebungen)
  • Vorbereitung auf weitere physiotherapeutische Behandlungsmaßnahmen

 

 

 


Wann sollte keine Massage durchgeführt werden?

 

  • akute Entzündungen
  • Infektionskrankheiten
  • Fieber
  • Schock
  • Tumore (mögliches Aussparen der betr. Region nach Absprache mit dem Tierarzt!)
  • Trächtigkeit
  • Herz - Kreislauferkrankungen (Absprache mit dem Tierarzt!)